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Für und wider von sozialen Netzwerken

Samstag, 13. März 2010 14:58

Soziale Netzwerke sind in der Soziologie Netzwerke, mit denen gegebene Interaktionsgeflechte, beispielsweise Bekanntschaftsnetzwerke, abgebildet werden.
(Quelle: Soziale Netzwerke-Wikipedia)

Der Begriff Web 2.0 dürfte inzwischen fast jedem geläufig sein, diese Bezeichnung steht für eine Internettechnologie die das Soziale Netzwerk erst überhaupt möglich macht.

social network diagram

Kurz etwas zu Web 2.0: Die Herkunft des Begriffes, ist 2004 in einer Konferenz entstanden, in ihr wurde über die neuen Entwicklungen, Möglichkeiten und Anforderungen für das Internet geredet.Web 2.0 wurde später von der CMP Technologie als Service Mark oder auch Dienstleistungsmarke angemeldet und geschützt.

Ein Vergleichsbeispiel könnte sein, DoubleClick war Web 1.0 und
Google AdSense ist Web 2.0

DoubleClick: Online-Marketing-Lösungen, wie Banner-, Rich-Media und Suchmaschinen Werbung
Google AdSense: Werbung auf Webseiten, sogen. kontextuelle Anzeigen. Hier analysiert der Crawler (auch Spider genannt) den Inhalt der Seite und liefert die dazu passende Werbung aus.

In der heutigen Zeit werden soziale Netzwerke immer beliebter, einige Beispiele sind:

  • WordPress
  • Twitter
  • z.B. Facebook
  • Wikis
  • Webforen
  • Social Bookmarking (z.B. Mister Wong)


Markantes Beispiele ist: Die Vernetzung wird verstärkt durch eine „Architektur des Mitwirkens“ bestimmt.

Weberlebnisse sind jetzt mehrdimensional, bieten neue interaktive Möglichkeiten, das Gefühl an etwas teilzunehmen und nicht mehr nur Konsument zu sein und sich mit anderen aus dem Sozialen Netzwerk miteinander zu verknüpfen, ist vorrangig.

Diese Entwicklung bietet für den Werbe Bereich natürlich auch ungeheure Möglichkeiten und zugleich für unsere Gesellschaft auch Gefahren.
Auch wenn Politiker gerne mit der negativen Gefahr wie terroristischen Netzwerken zur Hand sind, soziale Netzwerke bieten im positiven Sinne neue Möglichkeiten, sie können Menschen miteinander verknüpfen und können helfen sich selbst zu organisieren (Selbsthilfegruppen, Soziale- und politische Netzwerke, Hilfe in fast jeder Lebenslage).
Inzwischen benutzen auch politische Parteien, Firmen und Vereine diese sozialen Netzwerke und es bildet sich ein neues Internetverhalten, welches sicherlich positiv wie negativ aber nicht mehr wegzudenken ist.

Für herrschende Strukturen (Polizei, Geheimdienste) sind diese Netzwerke zur Zeit noch ein Problem (siehe Iran = Demokratiebewegung), können aber auch jetzt schon verwendet werden, Informationen über Bürger und unbequemen Regimegegnern zu sammeln, außerdem könnten staatliche Organe auch falsche Informationen ins Internet bewusst streuen (Twitter).

Diese Gefahr ist gerade in letzter Zeit sehr groß, weil die Sozialen Netzwerke in manchen Ländern (wie z.B. Russland, China, Iran) einen sogen. Bürgerjournalismus fördert. Bürgerjournalisten gibt es auch anderswo und bieten neue Möglichkeiten der Diskussion (Blogkultur) aber in vielen Ländern ist es die einzige Möglichkeit überhaupt noch etwas über die dortigen Verhältnisse zu erfahren, einen unabhängigen Journalismus gibt es dort kaum noch.

Noch etwas zur Datensammelwut der Internetanbieter und den Internetkonzernen die an dieser Entwicklung mit profitieren. Wir wissen, gerade graue Herren wie Schäuble & Co, haben einen großen Hunger nach Daten und benutzen alle Mittel um die Datensicherheit auszuhöhlen aber auch Unternehmen sind an Daten interessiert. Neue Personendaten sind sehr begehrt und verlocken Kriminelle mit allen Mitteln, an möglichst vielen Daten zu kommen, ein sehr lukratives Business.

In immer mehr Internetangeboten ist es nötig, dass der Nutzer über den Login Bereich angemeldet sein muss. Bewegt man sich nun im sozialen Netzwerk (wie z.B. Facebook), dann hinterlässt man unweigerlich eine Datenspur, man gibt Vorlieben, persönliche und politische Ansichten preis, ohne sich dessen immer bewusst zu sein.

Das Google unglaubliche Mengen von Daten sammelt, ist bekannt aber auch Facebook, der größte Konkurrent von Google, sammelt, verwertet und verwendet unglaubliche Datenmengen um eine speziell für das Profil des Users abgestimmte Werbung bereitzustellen. Facebook soll etwa 400 Millionen Internetnutzer haben und ist im Moment wegen dem Umgang mit persönlichen Daten eher in den Negativschlagzeilen.

Man muss sich über eines bewusst sein, Anbieter wie Google und Facebook (an dem auch Microsoft mit beteiligt ist), haben zuerst einmal geschäftliche Interessen. Dadurch dass solch unglaubliche Datenmengen angesammelt werden, jonglieren sie mit sehr viel Macht und bieten dadurch für eine zukünftige gesellschaftliche Entwicklung durchaus eine Gefahr, den diese ungeheure Daten könnten auch an staatliche Organe (Polizei, Staatsschutz, Geheimdienste) weitergeleitet werden. Eine gesellschaftliche Verantwortung, die nicht in solchen Händen liegen sollte.

Aber zurück zum einzelnen Internet User, auch für sie bieten soziale Netzwerke eine Gefahr (besonders wenn sie noch jünger sind). Gerade die neuesten Entwicklungen die bekannt wurden, sind erschreckend. Ein Beispiel ist der Selbstmord einer jungen Frau, die in eine soziale Plattform über Cyber-Mobbing verfolgt wurde. Oft ist die Unwissenheit der Benutzer der Grund für den Nährboden von Cyber-Mobbing und anderen kriminellen Handlungsweisen, das kann sogar dazu führen, dass Benutzer Gefahr laufen, ein Opfer sexueller Gewalt zu werden (z.B. Kinder im Internet).

Facebook bietet z.B. durchaus Schutzmechanismen, die für Außen-stehende schwerer einsehbar sind (Privatsphäre-Einstellungen), aber auch der Datenschutz ist bei Facebook bisher nicht wirklich gut aufgehoben.

Laut Stiftung Warentest, die eine sehr umfangreiche Untersuchung von sozialen Netzwerken machte, schnitten die US-Netzwerke Facebook, MySpace und LinkedIn besonders schlecht ab. Sie schränken laut Stiftung Warentest die Rechte der Nutzer stark ein und räumen für sich selbst, für die Weitergabe der Daten aber sehr weitgehende Rechte ein.

So kann es passieren, dass private Fotos von irgendeinem Facebook Partner für eine Werbekampagne verwendet werden, ohne das der User selbst gefragt oder informiert wurde. Der Facebook User gibt gewissermaßen laut den Facebook Richtlinien, den Anbieter die Rechte bestimmte Daten für Werbezwecke zu missbrauchen, was schon ein echter Hammer ist. Hier herrscht anscheinend ein Unterschied zwischen dem US Amerikanischen und dem Europäischen Datenschutzbestimmungen. Auch wenn nach dem Wirbel und der Kritik, Facebook seine Richtlinien für den europäischen Raum etwas abgeändert hat, sind da immer noch eine Menge Punkte, die sehr fragwürdig sind. Die meisten Nutzer dieser sozialen Netzwerke steigen bei dem Kleingedruckten in den Nutzerrichtlinien nicht immer durch und wissen oft garnicht, wie es um ihren Datenschutz steht.

Datenblase einiger sozialer Netzwerke wie Facebook

Aber oft geben User für den nicht befreundeten Außenbereich auch viel zu viel Preis, es werden Fotos, Interessen und andere private Infos veröffentlicht, die für jeden sichtbar sind oder es werden Kontaktdaten auf Facebook hoch geladen . Die Privatsphäre-Einstellungen sollte aber vernünftig eingestellt werden, hier zu eine externe Infoseite: Privatsphäre bei Facebook: 5 wichtige Tipps.

Aber auch ein anderes Verhalten ist im Internet und ganz besonders in den sozialen Netzwerken anzutreffen, wenn Blogs und Foren nicht konsequent über den Administrationsbereich verwaltet werden, können alle dunklen Seiten in der pseudo Anonymität vorkommen. Man kann auch mit Hass-Kommentaren eine Fangemeinde eines Blogs oder Forums regelrecht tyrannisieren.

Jeder kennt sie, sie laufen auch im wahren Leben herum und können auch für uns persönlich zur Gefahr werden, in den meisten Fällen sind aber soziale und gesetzliche Reglements mit dafür verantwortlich, dass sie etwas vorsichtiger und angepasster rumtoben. Im Internet, bilden sich manche ein, anonym zu sein und versuchen mit unterschiedlichsten Mitteln, ihren Sexismus, Rassismus oder persönliche Aversionen gegen einzelne durch Mobbing auszuleben. In Foren ist das leichter zu steuern, hier muss der User angemeldet sein, man kann sie also entfernen oder Sperren, in den unzähligen Blogs ist das etwas schwieriger, da sie offener agieren und dadurch leichter angreifbarer sind. So las ich im Februar 2010 einen Bericht über immer häufiger werdende sexistische Hass Kommentare die von Männern in Frauenblogs manchmal ganze Diskussionen tyrannisieren. Oder ein anderes Beispiel: Neonazis auf YouTube

Fazit:
Man sollte trotzdem damit vorsichtig sein, nach einer stärkeren staatlichen Kontrolle zu rufen, die Gefahr die von ihr ausgeht sollte uns viel mehr beunruhigen (siehe auch: Vorratsdatenspeicherung). Ich bin nicht der Meinung dass wir freiwillig für ein bisschen mehr “Sicherheit” dem Staat das Internet immer mehr überlassen sollten. Man muss sich das Internet mit seinen anarchischen Strukturen so vorstellen, wie der öffentliche Raum auf der Straße, dort gebe ich auch nicht alle Infos preis.
Es gibt durchaus in den meisten Fällen Möglichkeiten sich selbst zu schützen (z.B. keine persönlichen Infos ins ungeschützte Internet streuen), wenn ein rigoroses Vorgehen in Blogs oder Foren nicht hilft, gibt es auch noch rechtliche Möglichkeiten, gegen Internet Hooligans vorzugehen. Den sie sind nicht wirklich Anonym, jeder User hinterlässt eine Datenspur (IP-Nummer) und ist so auch zur Not belangbar.

Trotz alledem, gibt es sicherlich auch vieles was für soziale Netzwerke spricht, ich verwende sie selbst und erkenne auch nicht immer die vielen kleinen Fallstricke, versuche aber dagegen zu steuern. Es gibt einfach auch zu viele positive Ansätze, wie die von mir schon beschriebene Möglichkeit sich im Internet über Soziale- und politische Netzwerke auszutauschen und zu organisieren.

Wichtig ist, sich dessen bewusst zu sein und mit dafür zu streiten, dass Datensicherheit verbessert und nicht noch weiter ausgehöhlt wird. Sicherlich macht es auch Sinn z.B. Facebook genau auf die Finger zu schauen und gegebenenfalls auch darauf zu hauen und Google, na ja, es gibt auch noch andere gute Suchmaschinen.

Thema: soziale Netzwerke | Kommentare (0) | Autor: Klaus Fuchs

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